Zwei Studien belegen die Überlegenheit des Wirkstoffs im Vergleich mit anderen. Er ist wirksamer und verlängert das Leben.

Obwohl es zahlreiche Wirkstoffe gibt, die den Blutzucker-Wert senken sollen, existieren wenig vergleichende Untersuchungen über ihre Wirksamkeit. US-Forscher von der Harvard Medical School in Boston wollten es genauer wissen. Für ihre Studie, die im Fachblatt Jama Internal Medicine erschien, werteten sie Daten einer großen, nationalen Krankenversicherung aus.

Den 15.516 Probanden waren zwischen 2009 und 2013 erstmals Blutzuckersenker verschrieben worden: Metformin, ein Sulfonylharnstoff, ein Thiazolidindion oder ein DPP-4-Hemmer. Mit 57,8 Prozent war die Metformin-Gruppe am größten.

Patienten, die einen Sulfonylharnstoff, ein Thiazolidindion oder einen DPP-4-Hemmer erhielten, hatten ein größeres Risiko, nach einem Jahr zusätzlich ein zweites Medikament wie zum Beispiel Insulin einnehmen zu müssen. In der Metformin-Gruppe waren 75 Prozent der Patienten noch nach einem Jahr ausreichend versorgt. Auch das Risiko für eine Hypoglykämie oder kardiovaskuläre Ereignisse war mit Sulfonylharnstoff, Thiazolidindion oder DPP-4-Hemmer nicht geringer.

Fazit: Den Leitlinien enstprechend sollte die Therapie bei Diabetes 2 mit Metformin begonnen werden. Auch eine zweite Studie, die im Fachblatt Diabetes, Obesity and Metabolism erschien, sieht eindeutige Vorteile: Menschen mit Typ-2-Diabetes, die mit dem Erstmedikament Metformin behandelt wurden, hatten danach eine niedrigere Sterblichkeit als Patienten, die Sulfonylharnstoffe einnahmen. Das berichtet die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) in einer Mitteilung.

Forscher der Universität Cardiff in Wales haben die Daten von Hausarztpatienten mit Typ-2-Diabetes ausgewertet: 78.000 nahmen Metformin, 12.000 nahmen einen Sulfonylharnstoff. Als Vergleichsgruppe fungierten mehr als 90.000 Probanden, die keinen Diabetes hatten und keines der Präparate einnahmen, aber von der Altersstruktur und anderen Erkrankungen vergleichbar waren.

Ergebnis: Bei Patienten mit Diabetes, die mit Metformin behandelt wurden, gab es die wenigsten Todesfälle. Die Überlebenszeit dieser Gruppe überstieg sogar die der gesunden Probanden. Die Gesamt-Sterblichkeit unter Sulfonylharnstoffen war sogar höher als bei den Kontrollgruppen.

Metformin senkt den Blutzucker, indem es die Zuckerfreisetzung aus der Leber hemmt. „Zudem hat es eine hohe Therapiesicherheit, da es keine gefährlichen Unterzuckerungszustände auslöst“, erläutert Dr. Erhard Siegel, Präsident der DDG. „Außerdem verlieren viele Patienten etwas an Gewicht.“ Dies sei eine willkommene Begleiterscheinung, die oftmals den Beginn der Behandlung erleichtere.

Zudem wurden in den vergangegen Jahren weitere günstige Eigenschaften von Metformin entdeckt: „Es gibt Hinweise, dass Metformin das Herzinfarktrisiko senkt“, berichtet Prof. Dirk Müller-Wieland, Mediensprecher der DDG. Sogar ein Schutz vor Krebserkrankungen wird derzeit diskutiert.

Quelle: http://www.diabetesde.org/presse/presseschau/