Bei Typ-1 und -2-Diabetikern, die Insulin erhalten, gehen Hypoglykämien mit einem erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Komplikationen und Tod einher. Dies bestätigt nun eine retrospektive Kohorten-Studie, die gerade in „Diabetes Care“ erschienen ist.

Die Studie der britischen Diabetologen und Professoren Kamlesh Khunti und Melanie Davies von der Universität von Leicester ist Teil einer internationalen Kooperation, an der auch das dänische Unternehmen Novo Nordisk beteiligt ist.

Um bis 60 Prozent sei bei Diabetikern mit Hypoglykämien das Risiko für kardiovaskuläre Komplikationen erhöht, um einen Faktor bis zu 2,5 das Gesamtmortalitäts-Risiko, berichten die Autoren. Die Studie zeige, dass Hypoglykämien potenziel tödliche kardiovaskuläre Komplikationen triggern können.

Worauf es nun unter anderem ankomme, sei, jene Typ-1- und Typ-2-Diabetiker frühzeitig zu identifizieren, die besonders gefährdet seien, um dann effektive Strategien gegen das Auftreten von Hypoglykämien bei ihnen zu entwickeln.

• Risiko-Zunahme für kardiovaskuläre Komplikationen bei Typ-1-Diabetikern mit Hypoglykämie: 51 und 61 Prozent

• Risiko-Zunahme für kardiovaskuläre Komplikationen bei Typ-2-Diabetikern mit Hypoglykämie: 49 und 60 Prozent.

• Zunahme des Gesamtmortalitäts-Risikos bei Typ-1-Diabetikern mit Hypoglykämie: 98 und 103 Prozent.

• Zunahme des Gesamtmortalitäts-Risikos bei Typ-2-Diabetikern mit Hypoglykämie: 74 und 148 Prozent.

• Die mediane Zeit vom ersten Auftreten einer Hypyglykämie bis zum ersten kardiovaskulären Ereignis betrug bei Typ-1- und Typ-2-Diabetikern 1,5 Jahre.

Als ein Vorteil neuer Antidiabetika wird bekanntlich immer wieder das geringe Hypoglykämie-Risiko genannt. Nach Ansicht der Autoren um Kamlesh Khunti und Melanie Davies sind ihre Daten ein weiterer Beleg dafür, dass Hypoglykämien auch prgnostisch wichtig seien.

Quelle: http://care.diabetesjournals.org/content/early/2014/12/02/dc14-0920.abstract