Im Jahre 2009 waren in kontrovers diskutierten Studien die Vermutung geäußert worden, dass eine Behandlung mit dem Langzeitinsulin Glargin das Brustkrebsrisiko erhöht. Dieses Thema wurde nun von einer internationalen Studiengruppe erneut untersucht.

Die Studiengruppe aus Großbritannien, Frankreich und Kanada ging erneut der Frage nach, ob eine Behandlung mit Insulin Glargin (Lantus) mit einem erhöhten Brustkrebsrisiko verbunden ist. In einer Fall-Kontroll-Studie wurden 775 Patienten mit Brustkrebs und Typ-2-Diabetes untersucht und mit 3.050 Kontrollpatienten mit Diabetes verglichen. Die Patienten wurden bezüglich Alter, Diabetesdauer, Gewichtsklasse, Zahl von Kindern, Sozialstatus und Hormonersatztherapie miteinander abgeglichen. Es wurde jeweils die Therapie über die letzten 8 Jahre vor dem Auftreten des Mammakarzinoms betrachtet und und dabei die Fälle von jeder Art von Insulintherapie (Humaninsulin, Glargin, Lispro, Aspart) mit ähnlichen Fällen ohne Insulintherapie verglichen.

Ergebnis: Es zeigten sich keine Unterschiede bei der Behandlung mit Glargin und den anderen Insulinen bezüglich des Auftretens von Brustkrebs. Auch bei weiteren Vergleichen mit verschiedenen Insulindosen oder mit einer unterschiedlichen Dauer der Insulinbehandlung ergab sich das gleiche Resultat.

Kommentar: Bereits die Origin-Studie hatte als prospektive randomisierte multizentrische Studie die Aussage ergeben, dass eine Behandlung mit dem Insulin Glargin kein erhöhtes Brustkrebsrisiko beinhaltet.  Diese Aussage wird nun durch die hier besprochene internationale multizentrische Studie bestätigt.

Autor: Prof. Dr. med. W.A. Scherbaum, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Universitätsklinikum Düsseldorf, Moorenstr. 5, 40225 Düsseldorf

 

Quelle: L Grimaldi-Bensouda et al.: Risk of breast cancer by individual insulin use – an international multicenter study. Diabetes Care 2013, doi: 10.2337/dc13-0695